@norbert@norberteder.photography

Premium Kompaktkameras: Fixbrennweite zu jedem Preis? Gefühlt bringt nun jeder Kamerahersteller eine Premium-Kompaktkamera mit festverbautem Objektiv heraus. Das scheint wohl eine Nische zu sein, die sich auszahlt. Von Fujifilm und Leica kennen wir das schon lange. Während sich bei Fujifilm gerne viele beschweren, dass die Kameras doch so teuer wären, hört man das bei Leica seltener als Kritik, eher mehr als Qualitätsbezeugung. Während die Fujifilm X100VI unter 2.000 Euro zu haben ist, schlägt die Leica Q3 43 mit über 6.700 Euro zu Buche. Fujifilm hat dann mit der X100RF eine weitere Premium-Kompaktkamera. Kompakt im Formfaktor, aber nicht beim Sensor: Mit einem Mittelformat-Sensor kommt diese kompakte Kamera daher. Allerdings schlägt sich auch das auf den Preis: 5.499 Euro muss man für diese Kamera berappen. Auch kein Lärcherlschaas. Was man aber sowohl Fujifilm und Leica zu Gute halten muss: Zumindest bekommt man für sein Geld ein hübsches, stylisches Gerät. Und jetzt kommt Sony um die Ecke und legt die RX1R in der dritten Variante neu auf. Kostenpunkt: Legere 4.899 Euro. Dafür bekommt man, Sony-typisch, einen unsexy Pflock. Fehlt jetzt noch Canon mit einer unverschämt teuren Premium-Kompaktkamera. Die wird auch sicher nicht lange auf sich warten lassen, die werden auch ein Stück vom Kuchen wollen. Wie du aus meinen Zeilen herausliest, zeige ich wenig Verständnis für diese Kameras. Das hat mehrere Gründe: Fest verbaute Fixbrennweite : Mit diesen Kameras nagelt man sich auf eine Brennweite fest. Manche feiern das dann als Reduktion und Minimalismus. Schließlich muss man dann auch mehr auf Perspektive usw. achten. Nun, das kann man wollen, ich will das nicht. Meine Vorlieben ändern sich und je nach Lust und Laune verwende ich unterschiedliche Brennweiten. Möchte ich Minimalismus, dann nehm ich eben nur ein Objektiv mit und nicht 5. So eine Änderung der Vorliebe geht bei der Leica Q3. Diese gibt es in zwei unterschiedlichen Brennweitenausführungen: Die Q3 mit 28mm und dann die Q3 43, nun ja, mit 43mm Brennweite. Alleine daran merkt man schon das fehlerhafte Konzept. Ach so, die Änderung der Vorliebe kostet schlappe 6.700 Euro. Kompakt ist nicht unbedingt kompakt : Sieht man sich die Kompaktkameras genauer an, dann sind sie es gar nicht. Kompakt bezieht sich wohl nur auf den Aspekt, keine Systemkamera zu sein. Zahlreiche Systemkameras mit Wechselobjektiv und kleiner Festbrennweite lassen sich von den Ausmaßen unter eine Q3, eine RX1R oder eine X100RF bringen. Selbst mit Vollformat-Sensor. Der Preis : Schlussendlich gehe ich mit dem Preis-/Leistungsverhältnis in keinster Weise konform. Preislich ist die Fujifilm X100VI ja noch einigermaßen OKish, aber alle anderen hier erwähnten Kameras sind weit weg von Gut und Böse. Wenn ich darüber nachdenke, was man für das Geld an Ausrüstung bekommen kann .. einen kompletten Fotorucksack mit allem drum und dran: Fotografie von minimalistisch bis hin zu ausgerüstet für jeden Fall. Im Endeffekt sprechen wir in den meisten Fällen von Technik, die schon in anderen Kameras verbaut ist, die nun für finanziell gut gestellte Menschen unter neuem Deckmantel gebracht wird. Das gepaart mit einigen Marketing-Floskeln, um ein Verlangen zu schüren, das man auch günstiger befriedigen kann. Ich bin ein sehr technikaffiner Mensch und freue mich eigentlich über alles Technische, das ich in die Finger bekomme, aber gerade in der Fotografie wird es immer seltener, dass es mich wirklich juckt. Der technische Fortschritt ist überschaubar, daher muss diese Lücke irgendwie anders kompensiert werden – zumindest kommt man bei einigen Herstellern zu diesem Schluss. Es tut mir leid, mein Geld bekommt ihr nicht.

infoleck

Ja, da stimme ich Dir auch voll zu. Was soll der Hype, der eigentlich ein Quatsch ist? Nachdem Fotografie durch die Smartphones irgendwie und vielleicht oft auch unschön "demokratisiert" wurde, muss wohl eine neue "Aristokratie" in Form von Nobelkameras her. Tss. Juckt mich nicht und lockt mich nicht mehr.